Religionsunterricht gestalten in der digitalisierten Welt

Die hier vermittelten Inhalte basieren auf dem Buch „Religionsunterricht gestalten in der digitalisierten Welt“, das konkrete Möglichkeiten vorstellt, wie der Religionsunterricht in unserer von Digitalität geprägten Welt didaktisch geplant und durchgeführt werden kann. Eine Lernressource der Religionspädagogischen Tagung Luzern 2025.

Erstellt von: davidwakefield Veröffentlicht auf relilab.org

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Die hier vermittelten Inhalte basieren auf dem Buch „Religionsunterricht gestalten in der digitalisierten Welt“, das konkrete Möglichkeiten vorstellt, wie der Religionsunterricht in unserer von Digitalität geprägten Welt didaktisch geplant und durchgeführt werden kann. Unser Kernanliegen dabei war es, die Entwicklung fachspezifischer und digitaler Kompetenzen von Anfang an zusammenzudenken. Ausgehend von grundlegenden Prinzipien des Religionsunterrichts – wie etwa die Förderung von Subjektwerdung oder die Ermöglichung religiöser Erfahrungen – fragen wir, wie sich der Religionsunterricht in der digital geprägten Welt und in der Verwendung digitaler Elemente didaktisch verändert und welche Potenziale darin liegen.

Die Lernressource gliedert sich in drei Teile, die inhaltlich aufeinander aufbauen, jedoch auch für sich gelesen und genutzt werden können. Der erste Teil stellt allgemein-theoretische Überlegungen dazu vor, was unsere Lebenswelt überhaupt als digitalisiert auszeichnet und welche Anforderungen für den Schulalltag daraus erwachsen. Der zweite Teil konzentriert sich auf die konzeptionellen Konsequenzen für die Planung und Gestaltung des Religionsunterrichts. Der dritte Teil zeigt dann anhand einer Beispielstunde eine ganz konkrete Anwendungsmöglichkeit für die Unterrichtspraxis auf.

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1. „Digitalisierte Welt“ – Was meint das eigentlich?

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Die Welt um uns herum verändert sich rasant – und ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die Digitalisierung. Die Art und Weise, wie wir leben, arbeiten und miteinander kommunizieren, ist heute stark von digitalen Technologien geprägt. Doch was genau bedeutet das eigentlich? Die folgenden Ausführungen basieren auf dem Kapitel „Digitalität begegnen“ von Antonia Lüdtke. In den letzten Jahrzehnten hat die Digitalisierung immer mehr Lebensbereiche erfasst – nicht nur das Internet und die sozialen Medien, sondern unseren gesamten Alltag. Vor allem für die jüngeren Generationen ist es selbstverständlich, dass digitale Technologien Teil des täglichen Lebens sind: von der Kommunikation über soziale Netzwerke bis hin zur Steuerung von Haushaltsgeräten per Smartphone.

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Grafik erstellt mit DALL-E

Grafik erstellt mit DALL-E

Digitale Kultur – mehr als nur Technik

Die Soziologie spricht in diesem Zusammenhang von einer „Kultur der Digitalität“ (Stalder 2016). Damit ist gemeint, dass Digitalität nicht nur die Umstellung von analogen Formaten in digitale Technologien meint – etwa wenn Arbeitsblätter über ein Lernmanagementsystem digital zur Verfügung gestellt und bearbeitet werden – sondern, dass digitale Technologien unser gesamtes Denken, Handeln und Zusammenleben beeinflussen. Wie wir Beziehungen gestalten, Informationen austauschen, arbeiten, konsumieren und uns bilden – fast alles ist heute digital geprägt. Dabei hat sich auch die Bedeutung von Information und Wissen verändert. Früher wurden Informationen von Institutionen wie der Kirche, den Schulen oder den klassischen Medien (Zeitung, Radio, Fernsehen) gefiltert und strukturiert weitergegeben. Heute kann theoretisch jede:r Informationen produzieren und teilen – eine „Many-to-many“-Kommunikation, die durch das Smartphone als ständiger Begleiter jederzeit zugänglich ist.

Online und offline verschmelzen

Früher gab es eine klare Trennung zwischen dem „echten Leben“ und der digitalen Welt. Heute sind wir jedoch meist „onlife“ unterwegs – also in einer Realität, die sich aus virtuellen und physischen Elementen zusammensetzt. Ein Beispiel: Während der Kaffee morgens automatisch von der Maschine gebrüht wird, erhält man schon die neuesten Nachrichten auf dem Smartphone. Das Auto umfährt Staus dank Live-Daten, die Smartwatch erinnert an die nächste Bewegungspause, und die Raumtemperatur wird bequem per App reguliert.

Auch Augmented Reality (erweiterte Realität) und Virtual Reality (virtuelle Realität) tragen dazu bei, dass die Grenzen zwischen digitaler und physischer Welt immer mehr verschwimmen.

Chancen und Herausforderungen

Die Digitalisierung bietet viele Vorteile – mehr Flexibilität, einen leichteren Zugang zu Wissen und neue Möglichkeiten der Vernetzung. Doch sie bringt auch Herausforderungen mit sich:

  • Der ständige Informationsfluss kann schnell überwältigend werden.
  • Filterblasen und Fake News beeinflussen unsere Wahrnehmung und Meinungsbildung.
  • Datenmissbrauch und Cybermobbing sind reale Probleme.
  • Intransparente Algorithmen beeinflussen, welche Inhalte wir sehen und welche nicht.

Gleichzeitig ist ein vollständiger Rückzug aus der digitalen Welt kaum möglich, ohne gesellschaftlich und beruflich den Anschluss zu verlieren. Wer digitale Angebote konsequent meidet, schränkt die eigenen Handlungsräume ein – ob im Job, im sozialen Leben oder im Bildungsbereich.

Aufmerksamkeit als wertvolle Ressource

Ein weiteres Phänomen der digitalen Welt ist die sinkende Aufmerksamkeitsspanne. Weil Informationen ständig verfügbar und oft nur einen Klick entfernt sind, fällt es vielen Menschen schwer, sich längere Zeit auf ein Thema zu konzentrieren. Inhalte müssen heute schnell, kompakt und möglichst ansprechend aufbereitet werden, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Deshalb setzen viele Medien auf Clickbait-Titel, reißerische Bilder und kurze Videos – Hauptsache, es bleibt etwas hängen.

Digitalisierung im Schulalltag – neue Anforderungen für Schüler:innen und Lehrkräfte

Der digitale Wandel macht auch vor dem schulischen Unterricht nicht Halt. Sowohl Schüler:innen als auch Lehrkräfte leben in einer von Digitalität geprägten Gesellschaft – und das beeinflusst, wie Lernen und Lehren heute funktioniert.

Viele Schüler:innen sind bereits „Digital Residents“ – sie bewegen sich ganz selbstverständlich in der digitalen Welt. Doch das bedeutet nicht automatisch, dass sie auch alle nötigen Kompetenzen besitzen, um diese kritisch zu hinterfragen. Fake News, Filterblasen und die gezielte Steuerung von Inhalten durch Algorithmen erfordern ein reflektiertes Verständnis der digitalen Mechanismen – und genau dabei bedürfen die Schüler:innen oft Unterstützung.

Das wiederum stellt die Lehrkräfte mitunter vor große Herausforderungen. Für nicht wenige von ihnen ist die digitale Welt ein eher neues Terrain. Sie sind gewissermaßen „digital Eingewanderte“, die sich die nötigen Fähigkeiten oft erst mühsam aneignen müssen – zusätzlich zu den ohnehin schon vielfältigen Herausforderungen im Schulalltag. Kein Wunder also, dass sich beim Thema Digitalisierung bisweilen auch Widerstände regen.

Doch ein Rückschritt hinter die technologische Entwicklung – etwa im Bereich Künstlicher Intelligenz – ist keine Option. Daher lohnt es sich, die Potenziale der Digitalisierung aktiv zu nutzen:

  • Die Rolle der Lehrkräfte könnte sich von reinen Wissensvermittler:innen zu Lernbegleiter:innen wandeln.
  • Schüler:innen könnten stärker in die Gestaltung des Unterrichts einbezogen werden und ihre eigenen digitalen Kompetenzen einbringen.
  • Durch den gezielten Einsatz digitaler Tools ließe sich die reine Informationsvermittlung auslagern – was mehr Zeit für individuelles Feedback und gezielte Lernunterstützung schafft.

Damit das gelingt, braucht es natürlich eine solide digitale Infrastruktur. Hier hat sich in den letzten Jahren zwar viel getan – doch flächendeckendes, leistungsstarkes WLAN und die Ausstattung mit digitalen Endgeräten sind noch längst nicht überall Standard.

Darüber hinaus muss Schule grundsätzlich überdenken, welche Kompetenzen heute im Mittelpunkt stehen sollten. Reines Auswendiglernen verliert an Bedeutung, wenn Informationen jederzeit verfügbar sind. Viel wichtiger ist die Fähigkeit, aus der Informationsflut die relevanten und vertrauenswürdigen Quellen zu erkennen, Inhalte kritisch zu hinterfragen und eine eigene Position zu entwickeln. Die zentrale Aufgabe der Schule besteht also darin, Lernprozesse an die Kultur der Digitalität anzupassen und die dafür notwendigen Kompetenzen gezielt zu vermitteln – damit Schüler:innen die digitale Welt nicht nur nutzen, sondern auch verstehen und mitgestalten können.

2. Konsequenzen für die Unterrichtsplanung und -gestaltung

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Um die genannten digitalen Kompetenzen der Schüler:innen zu fördern, müssen die Lehrkräfte ihren Unterricht entsprechend anpassen. Das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein identifiziert hierbei drei Kompetenzbereiche für Lehrkräfte für die Gestaltung ihrer Lehr- und Lernprozesse.

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aus: IQSH (Hg.), 2023, Lehren und Lernen in der digitalen Welt. Perspektiven zur Kompetenzentwicklung in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen in Schleswig-Holstein, S. 6.

1. Die Lehrkraft vermittelt Medienkompetenz

Als Lehrkräfte unterstützen wir unsere Schüler:innen dabei, digitale Medien verantwortungsbewusst und reflektiert zu nutzen. Dazu gehören etwa eine zielgerichtete Internetrecherche oder die Thematisierung von Quellengüte und der Wirkweise von KI, aber auch die kritische Reflexion des eigenen Mediengebrauchs.

2. Die Lehrkraft gestaltet und organisiert Lernumgebungen mit digitalen Medien

Als Lehrkräfte nutzen wir digitale Medien, um neue Unterrichtsformate zu entwickeln und ein individualisiertes Lernen für unsere Schüler:innen zu ermöglichen, z. B. durch den Einsatz von Selbstlernkursen, interaktiven Präsentationen oder digitalen Kollaborationstools.

3. Die Lehrkraft vermittelt Fachkompetenz in der digitalen Welt Als Lehrkräfte erkennen wir, dass digitale Technologien Potenziale für fachspezifisches Lernen bieten, z. B. für die praxisnahe Vermittlung fachlicher Inhalte und das Einüben fachspezifischer Kompetenzen.

Wie können diese Kompetenzbereiche nun für das Fach Religion konkretisiert werden?

Die Digitalität hält immer stärker Einzug in die Unterrichtsgestaltung – das gilt auch für den Religionsunterricht, ist in ihm aber stärker mit Anfragen verbunden, ob das, was den Religionsunterricht ausmacht, mit digitalen Zugängen und Methoden nicht leidet und ob das Fach auf digitalen Wegen sein „Eigenes“ bewahren kann. Daher ist es wichtig, über die Anwendung digitaler Medien hinaus zu denken. Stattdessen muss gefragt werden, welche Grundsätze eigentlich für das Fach Religion gelten (sollen) und wie diese unter den Bedingungen der Digitalität gestaltet werden sollen. Dabei sind insbesondere auch die Zugänge der Schüler:innen zu den Themen des Religionsunterrichts zu bedenken, denn ihre Art zu denken, zu fühlen und zu lernen, ihre Weise, auf das Leben zu blicken und das Leben zu gestalten, ist bereits tiefgreifend mit den Charakteristika der Digitalität verflochten.

Ein Grundsatz, den wir auch in unserem Buch formuliert haben, lautet bspw. „Der Religionsunterricht soll die Schüler:innen in ihrer Subjektwerdung fördern“. Subjektwerdung meint hierbei, dass die Schüler:innen zu Subjekten ihrer eigenen Bildungsreise werden, sie also aktiv und eigenverantwortlich an ihrem eigenen Lernprozess teilnehmen und diesen gestalten. Schule und Unterricht müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür schaffen und dazu beitragen, dass die Schüler:innen sich zu (selbst-)bewusst denkenden und handelnden Individuen entwickeln, die sich aktiv zu sich selbst und zu ihrer Umwelt in Beziehung setzen können. Subjektwerdung geht also mit Mündigkeit und der Fähigkeit zu selbstbestimmtem und eigenverantwortlichem Denken und Handeln einher.

Der Unterricht sollte daher möglichst viele Partizipationsmöglichkeiten für die Schüler:innen eröffnen. Gerade digitale Tools wie Audience-Response-Systeme, also Onlineumfragen in Echtzeit wie z. B. bei oncoo, mentimeter oder particify, bieten hier niedrigschwellig und mit der Möglichkeit der Anonymisierung und Visualisierung eine schnelle Hilfe, alle Schüler:innen gleichzeitig zu aktivieren.

Die Förderung von Subjektwerdung kann jedoch nicht nur methodisch erfolgen, sondern muss vor allem auch die gesellschaftlichen Lebensrealitäten der Schüler:innen in den Blick nehmen. Unter den Bedingungen der Digitalität werden die Schüler:innen bei der Bearbeitung ihrer Entwicklungsaufgaben wie etwa der Identitätsfindung mit neuen Herausforderungen konfrontiert, auf die auch der Religionsunterricht entsprechend reagieren muss. Vor diesem Hintergrund ist neben dem fachlichen Lernen mit Medien vor allem das reflektierende Lernen über Medien zentral. So gilt es, Mechanismen der medialen Manipulation zu untersuchen und deren Einfluss auf die Selbst- und Weltwahrnehmung zu erkennen. Bspw. erschweren heutzutage die normierenden Aspekte der digitalen Bilder, wie sie in den sozialen Netzwerken präsent sind (Schönheitsideale, Selbstbewusstseinsideale, die Bevorzugung von Extravertiertheit etc.), den Prozess der Subjektwerdung.

Ein digital gestützter Religionsunterricht bietet hier die Chance einer authentischen Auseinandersetzung, indem er diese ohnehin stattfindenden Entwicklungen selbst methodisch aufgreift, sie thematisiert und reflektiert. Ein Ziel kann es dabei sein, die Unabhängigkeit der Schüler:innen von den Normierungen der digitalen Welten zu stärken, auch durch eine religiös grundierte Identität. Eine Möglichkeit wäre z. B. die Auseinandersetzung mit medialen Selbstrepräsentationen und deren Einfluss auf die Selbst- und Fremdwahrnehmung, wie das folgende Praxisbeispiel veranschaulicht.

3. Praxisbeispiel: „Zwischen Schein und Sein – Wer bin ich jenseits der Likes?“

Bleiben wir für das Praxisbeispiel bei dem bereits formulierten Grundsatz „Der Religionsunterricht soll die Schüler:innen in ihrer Subjektwerdung fördern“. Die Subjektwerdung kann dabei z. B. ganz explizit zum Unterrichtsthema gemacht werden, indem die Schüler:innen sich damit auseinandersetzen wie sie sich online inszenieren und welchen Einfluss das auf ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung hat. Das könnte in der Sekundarstufe I z. B. so aussehen:

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Lernziel und Kompetenzen

Lernziel:

Indem die Schüler:innen eigene und fremde mediale Selbstinszenierungen in sozialen Netzwerken analysieren, sie hinsichtlich ihres Einflusses auf die Identitätsbildung reflektieren und mit biblischen Zusagen zur Würde des Menschen vergleichen, stärken sie ihre Fähigkeit, mediale Inszenierungen als (auch) religiös bedeutsame Entscheidungssituationen zu erkennen und eine eigene Position zu ihnen zu entwickeln.

Inhaltsbezogene Kompetenzen:

Die Schüler:innen nehmen ihre eigenen Erfahrungen in ihrer Umwelt wahr, beschreiben diese differenziert und setzen sie reflektierend in Beziehung zu Normen, Vorbildern und ihrem Selbstbild. Sie identifizieren existenzielle Fragen und setzen sich mit ihnen vor dem Hintergrund christlicher Deutungen auseinander.

Prozessbezogene Kompetenzen:

Sie werden somit schwerpunktmäßig in ihrer Wahrnehmungs- und Urteilsfähigkeit gefördert.

Mediale Kompetenzen:

Es werden im Sinne der KMK-Kompetenzen vorrangig Kompetenzbereich 3 – Produzieren und Präsentieren – und Kompetenzbereich 6 – Analysieren und Reflektieren – gefördert.

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Verlaufsraster: Sekundarstufe 1, 90 Minuten

Phase

Zeit

Aktivitäten

Sozialform

Materialien

Einstieg

10 min

Online-Abfrage: „Welche Social-Media-Plattformen nutzt ihr?“

Plenum

Tablets/Smartphones, oncoo.de (oder anderes Abfragetool)

Hinführung

10 min

Brainstorming: „Welche Inhalte werden geteilt? Warum?“

Plenum / Partner:innenarbeit

Whiteboard / digitale Pinnwand (z. B. TaskCards, ZUM-Pad)

Problemati-sierung

10 min

Präsentation & Diskussion von „me on social media vs. me in real life“-Memes

Unterrichtsgespräch

Meme-Vorlagen

Erarbeitung

20 min

Gestaltung einer Selbstdarstellung als digitale Collage (Likes-orientiert)

Einzelarbeit / Bus Stop

Tablets mit Präsentationssoftware oder Collage-Material (analog), Vorlage-Beispiel

Sicherung

10 min

Präsentation ausgewählter Collagen, Hörauftrag: Gemeinsamkeiten / Unterschiede

Plenum

Collagen der Schüler:innen

Vertiefung

10 min

Think-Pair-Share: „Wen zeigt meine Collage wirklich?“

Einzel- und Partner:innenarbeit, Unterrichtsgespräch

Transfer

15 min

Auswahl biblischer Zusagen, Diskussion über Selbst- und Fremdwahrnehmung im Vergleich zu Social Media

Kleingruppenarbeit + Sicherung im Plenum

Bibelverse-Kärtchen oder digitale Auslegung, Vergleichstabelle

Abschluss / Hausaufgabe

5 min

Ausblick: „Was macht mich aus?“ – Lerntagebuch schreiben

Einzelarbeit (Hausaufgabe)

Lerntagebuch-Vorlage

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Erläuterungen zum Verlaufsraster

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Zum Einstieg erfolgt eine Onlineabfrage (z.B. über oncoo.de) zum Thema: „Welche Social-Media-Plattformen nutzt ihr?“

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Beispiellösung einer Kartenabfrage bei oncoo

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Die Hinführung zum Thema der Unterrichtsstunde kann über eine gemeinsame – digitale oder analoge – Brainstorming-Runde erfolgen, in der gefragt wird was für Arten von Inhalten Menschen in den sozialen Medien teilen. Im Anschluss kann in Partner:innenarbeit und/oder im Unterrichtsgespräch die Frage gestellt werden, aus welchen Gründen sie dies tun.

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Grafik erstellt mit DALL-E

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In der Problematisierung wird der Kontrast zwischen der zumeist idealisierten Selbstdarstellung in den sozialen Medien und der „realen“ Welt thematisiert. Hierzu werden Varianten des Memes „me on social media vs. me in real life“ präsentiert und von den Schüler:innen beschrieben und interpretiert.

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Meme: „Me on social media vs. real life“, Quelle: www.researchgate.net/figure/Me-on-social-media-vs-real-life-meme_fig4_372252620, lizenziert unter CC BY-NC-ND 4.0

In der Erarbeitungsphase gestalten die Schüler:innen eine digitale Collage (z.B. mit KI-Bildprogrammen, Etherpads, Pages, Writer oder PowerPoint), auf der sie sich in Form von Bildern, Wörtern und Emojis darstellen, sodass es der Logik von social media entspricht und möglichst viele Likes zu erwarten sind. Dies ist freilich auch analog mit Plakaten möglich, dann aber sollte von der Lehrkraft entsprechendes Material für die Collage zur Verfügung gestellt oder von den Schüler:innen bereits mitgebracht werden. Durch die Methode des Bus Stop bzw. Lerntempoduetts kann eine Binnendifferenzierung erreicht werden, indem ein:e Schüler:in nach Beendigung der Aufgabe an einen Treffpunkt im Klassenraum (Bus Stop) geht und wartet, bis jemand anderes auch fertig ist. Dann erfolgt der Austausch zu zweit. Für schnelle Paare kann eine Bonusaufgabe gestellt werden: „Gibt es Dinge, die ihr bewusst nicht geteilt habt? Begründet.“

Beispielcollage erstellt mit DALL-E

Beispielcollage erstellt mit DALL-E

In der anschließenden Sicherung präsentieren einzelne Schüler:innen ihre Collagen vor der Klasse und erklären, was sie gewählt haben und warum. Die anderen Schüler:innen erhalten den Hörauftrag, jeweils Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten.

Zur Vertiefung des Erarbeiteten reflektieren die Schüler:innen, inwiefern die Collagen widerspiegeln wer sie wirklich sind. Um hierfür einen sicheren Raum zu schaffen, eignet sich die kooperative Methode Think-Pair-Share, in der die Schüler:innen zunächst für sich überlegen, bevor sie sich zu zweit und anschließend im Plenum besprechen.

Der Transfer regt die Schüler:innen dazu an, sich der verschiedenen Logiken der Selbst- und Fremdwahrnehmung bewusst zu werden und sich aktiv mit ihrer persönlichen Identitätsbildung auseinanderzusetzen. Hierfür erfolgt zur Kontrastierung die Auseinandersetzung mit biblischen Textstellen, die Zusagen an den Menschen enthalten (z.B. Gen 12,2b; Num 6,24–26; Dtn 31,6; 1. Sam 16,7c; Ps 91,11; Ps 115,12a; Ps 118,6; Ps 139, 5; Ps 139,14; Jes 41,13; Mt 28,20b; Joh 15,12; Röm 15,7; 1 Kor 15,10a; 1. Joh 3,18). Diese werden projiziert oder ausgelegt, und aus diesen wählen die Schüler:innen jeweils eine für sich aus. Zu zweit oder in Kleingruppen begründen die Schüler:innen ihre Wahl und arbeiten die Aussagen der Beziehung Gottes zu den Menschen heraus. Eine Sicherung erfolgt im Unterrichtsgespräch, bei dem auch der Vergleich zu den Bewertungsmaßstäben von Social Media thematisiert wird.

Auswahl an möglichen Bibelkärtchen

Eine Hausaufgabe oder auch ein Arbeitsauftrag für die nächste Stunde kann das Verfassen eines Lerntagebucheintrags zur Frage „Was macht mich aus?“ sein.


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Dieses Lernmodul wurde erstellt von Dr. Saskia Eisenhardt, saskiaeisenhardt@email.uni-kiel.de.