Erstellt von: Corinna Ullmann Veröffentlicht auf relilab.org
Kurzbeschreibung:
Dieses asynchrone Lernmodul basiert auf dem Workshop mit Corinna Ullmann im relilab.junior (20. Juli 2023) und unterstützt Lehrpersonen und pädagogische Fachkräfte beim Planen und Durchführen interreligiöser Schulanfangsfeiern. Das Modul enthält ein Begleitvideo (H5P eingebettet), Taskcards und konkrete Arbeitsaufträge für selbstständiges Lernen. (ca. 60–90 Minuten).
Lernziele
- Grundprinzipien interreligiöser Gestaltung von Schulfeiern benennen.
- Konkrete Schritte zur Planung einer inklusiven Schulanfangsfeier formulieren.
- Mindestens zwei Aktivitäten oder Rituale auswählen und an den eigenen Schulkontext anpassen.
- Reflexionsfragen zur eigenen Haltung gegenüber religiöser Vielfalt beantworten.
Zielgruppe
Lehrpersonen aller Schulformen, pädagogische Fachkräfte, Schulleitungen, Multiplikator*innen der religiösen Bildung.
Dauer
Selbstlernzeit: ca. 60–90 Minuten (Video + Aufgaben + Reflexion).
Materialien
- Video: Weiterbildung mit Corinna Ullmann Video + interaktive Elemente(H5P relilab.org/brueckenru)
- Taskcards
Ablaufstruktur
- Einführung
- Video (H5P) — Dauer ca. 45 Minuten
- Aufgaben
- Aufgabe A: Inhaltszusammenfassung — 15 Minuten
- Aufgabe B: Transferaufgabe — Plane eine 10-minütige Aktion für deine Schule (Download: Taskcard 1) — 30 Minuten
- Aufgabe C: Reflexion — 10 Minuten
- Weiterführende Links
1. Einführung
Begriff: interreligiös
Ein Gebetstreffen an einem neutralen Ort an dem Mitglieder verschiedener Religionsgemeinschaften teilnehmen. Unterschiedliche Gottesvorstellungen sind eine Herausforderung im Ausdruck des Gebets. Interreligiöses Beten bietet die Möglichkeit durch wechselseitige Teilnahme spirituelle und religiöse Besonderheiten der Religionen kennenzulernen.
Begriff: multireligiös
Man kommt auch zusammen um zu beten, aber es wird nicht gemeinsam gebetet. Teilnehmer geben ein eigenes Zeugnis seines Glaubens und nimmt beim Zuhören fremde religiöse Traditionen und Überzeugungen wahr. Jeder betet mit seinen eigenen traditionellen Texten und Gebeten. Die Anderen sind achtsam zugegen.
2. Videoimpuls
3. Aufgaben zur eigenen Weiterarbeit
Drei mögliche Grundmodelle
Liturgische Gastfreundschaft:
- Ausgangspunkt: christlicher/ökumenischer Gottesdienst in und mit der Schulgemeinschaft.
- Gäste sind eingeladen (Schüler und Schülerinnen anderer Religionen und die ohne Religion sind eingeladen)
- Bemühung auf Fremdes zu verzichten in der Gestaltung.
- „Leichte Sprache“ – so sprechen, dass auch Gäste es verstehen.
- Achte darauf Gäste anzusprechen wo es geht und beziehe sie ein.
Teammodell:
- Ein gleichberechtigtes Miteinander auf Augenhöhe.
- Verantwortliche der Religionen kommen aus den beteiligten Religionen.
- Schüler und Schülerinnen beteiligter Religionen sollten in der Vorbereitung und Gestaltung einbezogen werden.
- Ein respektvoller Umgang ist notwendig. Die einzelnen Beiträge sollten nacheinander erfolgen.
- Wähle einen neutralen Ort.
- Beachte bei der Gestaltung das Texte, Lieder und Gebete nicht die anderen vereinnahmen.
- Verzichte auch auf provokante Züge – betone nicht eine Religion.
- Es kann ein Moderator gewählt werden – achte immer auf ein respektvolles Nacheinander der einzelnen Beiträge.
- Vermeide Doppelungen (Zeitökonomie) – Religionen wechseln sich in der Gestaltung wesentlicher Teile ab.
- Texte anderer Sprachen sollten immer auch ins Deutsch übersetzt werden.
- Wähle Symbole und Bilder so, dass alle etwas damit anfangen können.
Schulfeier mit religiösen Elementen:
- Schulfeiern in denen sich die Religionen einbringen.
- Gemeinsame Veranstaltung mit Feiercharakter.
- Die Initiative geht in der Regel von der Schulleitung aus.
- Diese lädt ein und bestimmt den Rahmen.
Gedankenanstoß: Multireligiöse Schulfeiern verstehen sich als Ergänzung zu chrislichen Schulfeiern. Ausgrenzende Rituale finden keine Verwendung. Beziehe geisliche verschiedener Religionen ein. Verwende nicht das Wort „Gottesdienst“ spreche eher von „Feiern“. Wähle einen neutralen Raum.
Aufgabe A — Inhaltszusammenfassung
Schau dir das Video an. Notiere in 5–8 Sätzen die drei Kernideen, die Corinna Ullmann für interreligiöse Schulanfangsfeiern vorschlägt.
Aufgabe B — Transferaufgabe
Entwerfe eine konkrete Aktivität (max. 10 Minuten), die du an deiner Schule durchführen könntest.
Grundschule -Praxisbeispiel: „Steine, die Gold wert sind“
Feier zur Einschulung Gastgeber-Modell und Team-Modell Grundschule
Autoren – Quelle
„Warum beten wir eigentlich nicht zusammen?“, Gottesdienste und religiöse Feiern im multireligiösen Schulkontext, Hrsg.: Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, Hannover 2007, S. 23-34. Wir danken dem Herausgeber für die Genehmigung zum Abdruck unter Anpassung an die Terminologie und Struktur unserer Publikation.
Weiterführende Schule – Praxisbeispiel: „DU SOLLST EIN SEGEN SEIN“ – EINE MULTIRELIGIÖSE EINSCHULUNGSFEIER AM GYMNASIUM
Autoren – Quelle
Doerthe Blömer
TEXT ERSCHIENEN IM LOCCUMER PELIKAN 3/2019
Aufgabe C — Reflexion
Formuliere drei Maßnahmen, die sicherstellen, dass sich alle Kinder unabhängig von religiöser Herkunft willkommen fühlen.
4. Weiterführende Links
Gemeinsame Schulfeiern im multireligiösen Kontext – RPZ Heilsbronn
Wissenschaftliche Begleittexte:
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen:Herausforderungen des interreligiösen Dialogs
Wegmarken und Erkundungen im (insb. christlich-muslimischen) Dialog

