Digitale Lernressourcen gestalten

Für die Aus- und Weiterbildung entstehen zunehmend asynchrone digitale Lernressourcen (digitale Lernpfade), die von den Lernenden selbständig erarbeitet werden können. Dabei stellt sich für die Ausarbeitung die Frage, wie solche Lernangebote aufgebaut sein sollen, damit sie einerseits attraktiv sind und andererseits das Lernen in einem hohen Mass unterstützen. Die vorliegende Lernressource führt Schritt für Schritt \[…\]

Erstellt von: Daniel Ritter Veröffentlicht auf relilab.org

Für die Aus- und Weiterbildung entstehen zunehmend asynchrone digitale Lernressourcen (digitale Lernpfade), die von den Lernenden selbständig erarbeitet werden können. Dabei stellt sich für die Ausarbeitung die Frage, wie solche Lernangebote aufgebaut sein sollen, damit sie einerseits attraktiv sind und andererseits das Lernen in einem hohen Mass unterstützen. Die vorliegende Lernressource führt Schritt für Schritt an die Gestaltung einer eigenen Lernressource heran.

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Schritt 1 – Einen ersten Versuch wagen

Wir fangen mutig an 😃 und wagen bereits einen ersten Versuch: Stell dir vor, dass du zu einem der folgenden Themen eine asynchrone digitale Lernressource (aDLR) erstellen musst (entscheide dich also für eine der drei Möglichkeiten):

  • Rollengestaltung als Religionslehrperson
  • Unterscheiden und Profilieren der Lernorte Schule und Kirche
  • Bibeltexte mehrdimensional verstehen

Deine Lernressource richtet sich an Erwachsene, die sich in einer Aus- bzw. Weiterbildungssituation befinden und soll für die Lernenden ca. zwei Stunden in Anspruch nehmen. Notiere deine Ideen dazu, was du in eine solche Lernressource einbauen würdest. Deine Notizen könntest du beispielsweise als Mindmap gestalten.

Zur Inspiration für andere Konstrukteur*innen von Lernressourcen kannst du deine Ideen via Padlet sichtbar und zugänglich machen.

Schritt 2 – Auf eine Entdeckungsreise gehen

Nun geht es darum, vorhandene Entwürfe von digitalen Lernressourcen kennen zu lernen und herauszufinden, wie andere Konstrukteur*innen von digitalen Lernressourcen vorgehen.

Es gibt keinen Unterschied zwischen Lernen und Entdecken, außer den, dass Entdecken mehr Spaß macht.

Georg-Wilhelm Exler

Auf relilab.org (hier findest du auch jeweils eine Umsetzung der drei aDLR, welche im 1. Schritt entworfen werden konnten) sowie auf der Tagungswebseite der RPT25 findest du diverse digitale Lernressourcen, die du dir anschauen und bezüglich ihrem jeweiligen Lernpotential erforschen kannst.

Schritt 3 – Die Didaktik einer aDLR kennen lernen

Beim Erforschen der unterschiedlichen aDLR ist dir wahrscheinlich aufgefallen, dass diese sehr unterschiedlich ausgerichtet sind. Es gibt Lernressourcen, die einen vollständigen Kompetenzaufbau ermöglichen (Beispiel), während andere einzelne Teile davon unterstützen (wie einführende oder vertiefende Informationen; Beispiel) oder ein Sprungbrett zu weiteren Inhalten darstellen (Beispiel).

Vor der Erstellung einer Lernressource gilt es, genau zu überlegen, was das Ziel einer Lernressource sein soll und welche Lernschritte durch sie gestaltet werden sollen. Danach geht es darum zu entscheiden, wie das Lernen strukturiert werden soll und diesen Lernprozess anschliessend zu gestalten. Grundsätzlich gibt es diesbezüglich verschiedene geeignete didaktische Modelle. Das Team der Ostschweizer Ausbildungskooperation hat sich dafür entschieden, sich an einer Aufgabenkultur zu orientieren, die sich an den Modellen BEIZ bzw. LUKAS orientieren. Alternativ wäre es genau so gut möglich, mit dem Lernprozessmodell RITA oder dem bewährten Modell PADUA zu arbeiten.

Lernprozessmodell aDLRHerunterladen

Für die Gestaltung der einzelnen Lernaufgaben kann die Arbeit mit dem Kompetenzrad der IQES weiterhelfen.

Eine Lernressource stellt die Lernenden ins Zentrum und verwirklicht einen zentralen Grundsatz der Reformpädagogik:

Hilf mir, es selbst zu tun!

Maria Montessori

Schritt 4 – Anwenden

Nun geht es darum, das bisher Gelernte zusammenzuführen und anzuwenden. Dazu bestehen zwei Möglichkeiten:

Auf der Basis deines ersten Versuchs im Schritt 1 eine vollständige aDLR entwerfen

Im 1. Schritt wurdest du ins kalte Wasser geworfen. Inzwischen konntest du dein Bild einer qualitativ hochwertigen aDLR schärfen und fokussieren. Überarbeite mit dieser neuen Kompetenz deinen ersten Entwurf und entwirf eine entsprechende digitale Lernressource. Das Resultat muss dabei nicht bereits online zugänglich sein, sondern als eine Art Drehbuch bzw. Planungsdokument vorliegen. Dieses kannst du wiederum via Padlet für andere zugänglich machen.

Eine Bewertung/Reflexion einer vorhandenen aDLR vornehmen.

Im Schritt 2 (s.o) hast du dir verschiedene aDLR genauer angesehnen. Entscheide dich für eine dieser Lernressourcen und Analysiere diese hinsichtlich ihrer Didaktik und ihres Lernpotentials. Im Schritt 3 solltest du dazu genügend Kriterien erhalten haben, um eine differenzierte didaktische Bewertung bzw. Reflexion vornehmen zu können. Deine Überlegungen kannst du wiederum via Padlet für andere zugänglich machen.

Schritt 5 – In die Praxis umsetzen

Jetzt kommt der wichtigste Schritt dieser Lernressource – nämlich das Gelernte in die eigene Praxis zu integrieren. Dazu erstellst du nun eine eigene asynchrone digitale Lernressource für deinen eigenen Kontext (z.B. Schule, Aus- oder Weiterbildung usw.). Wähle dazu eine Kompetenz bzw. ein Thema , die bzw. das du als nächstes mit deinen Lernenden bearbeiten willst (bitte produziere nicht etwas „auf Halde“, sondern für deine echte Praxis!). Mache deine Lernressource für andere zugänglich. Poste einen Link auf dem Padlet. Stelle sie dem Relilab zur Verfügung.

Gestalte deine Lernressourcen wenn möglich als Open Education Ressources (OER), damit diese möglichst zugänglich ist und Wirkung entfalten können.

Viel Erfolg bei der Umsetzung mit deinen Lernenden!