„Satssuche“
Nach dem erstmaligen Zusammenkommen der Gruppe und der Klärung organisatorischer Dinge (Anwesenheit/Vorhandensein von Endgeräten etc.) sollte ein praxisnaher „Kaltstart“ in Form einer „Satssuche“ die Schülerinnen und Schüler direkt in das Thema Bitcoin katapultieren. Dazu hatte ich als Vorbereitung Tipcards mit jeweils 210 Sats und doppelseitigem Klebeband vorbereitet und ließ diese durch vier Schüler der EF auf dem Schulhof verstecken. Diese Schüler hatten sich schon vor dem Projekt als Helfer angeboten und erhielten im Vorhinein von mir eine Karte zum Ausprobieren der Funktionen.
Es gab zwei Regeln für die Suche: Die ganze Gruppe sollte die Suche erst gewonnen haben, wenn jede/r 420 Sats auf dem eigenen Wallet hatte und man durfte nur eine Transaktion tätigen, wenn man Informationen über die andere Person ausgetauscht hatte. Dies sollte dazu führen, dass sich die Gruppe besser kennenlernt und Transaktionen durchgeführt werden mussten.
Ich hatte bei der Erklärung die Einheit Satoshi als Untereinheit eingeführt und den Hinweis gegeben, dass das ein guter Hinweis auf die Installation einer App sein könnte.
Bei dem Scanvorgang auf der Tipcard mit der Kamera des Handys öffnet sich ein Webbrowser, der komfortabel zur Installation einer Lightning Wallet und zum Empfangen der Sats führt. Für diesen Anwendungszweck bot sich vor allem Wallet of Satoshi an, da hier zum damaligen Zeitpunkt keinerlei Registrierung nötig war.
Erwartungsgemäß gab es Schülerinnen und Schüler, die die Aufgabe sehr schnell lösten und andere, die nur mit wenigen oder keinen Sats auf dem Schulhof standen. Diese mussten dann Transaktionen durchführen, bis jeder mindestens 420 Sats auf seiner Wallet hatte. Das Feedback zur „Satssuche“ war sehr positiv. Die Problematik einer fremdverwalteten Wallet auf und die des anderen Protokolls stellte ich aus didaktischen Gründen hintenan.
"Mythos Satoshi"
Im Projektraum haben wir im Anschluss das Vorwissen zum Thema ausgetauscht, was sich als durchaus dürftig herausstellte und die üblichen Narrative umfasste (Reichtum/Gefahr).
Als weiteren Einstieg hatte ich mich für die Dokumentation „Mythos Satoshi“ entschieden. Das Feedback zu dieser Dokumentation war geteilt. Die ersten vier bis fünf Abschnitte wurden als interessant beschrieben, bei den Abschnitten fünf bis sechs sank merklich die Aufmerksamkeit und sie wurden als nicht so interessant beschrieben. Beim nächsten Mal würde ich hier eine Kürzung vornehmen.
Simulationsspiel „Was ist gutes Geld?“
Nach einer Pause starteten wir erneut mit einem Spiel, welches ich auch schon in verschiedenen anderen Lerngruppen zum Thema Geld durchgeführt hatte. Es sollte die Eigenschaften beleuchten, die wichtig für Geld sind.
Dazu wurde die Gruppe in Kleingruppen eingeteilt und durch einen Lehrervortrag in die fiktive Situation eines Schiffsunglücks vor einer Insel eingeführt. Auf dieser Insel sollten sie sich überlegen, was sich in einer stabilen Rechts- und Gesellschaftsform und einer Marktwirtschaft als Geld eignen würde. In Eigenreflexion sollten sie die erarbeiteten Eigenschaften festhalten und möglichst viele „freischalten“. Die Schüler der EF waren Spielhelfer mit Karten über die Eigenschaften von Geld. Immer wenn die Kleingruppe eine Eigenschaft benannte, erhielten sie eine Karte. Wenn die Gruppe zu einem finalen Ergebnis kam (zum Beispiel Fisch als Geld), erhielten sie vom Spielleiter eine Karte mit einem Problem ihres Vorschlages (in diesem Beispiel „Haltbarkeit“). So sammelten die Schülerinnen und Schüler immer mehr Eigenschaften von gutem Geld. Diese trugen wir nach dem Spiel an der Tafel zusammen und sie bildeten die Grundlage für die Weiterarbeit der nächsten Tage.
Gelder im Laufe der Geschichte
Mit diesen Eigenschaften ausgestattet ging es danach in eine freie Recherche zu historischen Geldern. Dabei sollten die Kleingruppen deren geschichtlichen Hintergrund klären und überprüfen, inwiefern die vorher erarbeiteten Eigenschaften guten Geldes bei diesen erfüllt wurden. Ich gab Gold, Muscheln, Perlen und ein Ingame-Geld (V-Bucks) vor. Im Nachhinein würde ich vielleicht beim nächsten Mal Muscheln oder Perlen gegen die Rai-Steine tauschen, um eine antike Datenbank dabeizuhaben.
Als Materialien nutzen die Schülerinnen und Schüler nicht die umfangreiche Buchsammlung, die ich zur Verfügung gestellt hatte, sondern eine Kombination aus freier Internetrecherche und KI-Befragung. Aus Zeitgründen verlegten wir die Präsentation auf den Folgetag.

