Die Welt, in der wir gemeinsam leben, wird maßgeblich durch unser Handeln beeinflusst. Darüber, wie wir unser Handeln organisieren sollten, besteht aber keine Einigkeit. Ein ständiger Wettbewerb der Organisationsmechanismen findet statt in Form von Diskussion und Debatte, bzw. Austausch und Kampf, gespeist von Informationsangeboten unterschiedlicher Komplexität und Ehrlichkeit.
Relativ neuer Wettbewerber ist Bitcoin, dessen Befürworter politisch wahrscheinlich eher dem liberalen Lager und dessen Kritiker eher dem sozialistischen Lager zugeteilt werden können. Auf beiden Seiten finden sich allerdings sowohl die, die verstehen und sich austauschen wollen, als auch die, die kämpfen wollen, und außerdem noch die, die je nach der Situation, in welcher sie sich wähnen, zwischen Kampf- und Austauschmodus wechseln.
Meine These ist, dass sich viele in einem Kampf wähnen, sich von daher auch kämpferisch geben, dies aber in vielen Fällen auf Missverständnissen sowie falscher Loyalität beruht.
Ein Missverständnis wäre, dass die meisten, oder auch nur viele Bitcoiner, selbst die prominentesten Vertreter, ihren Reichtum schamlos zur Schau stellen würden (Stichwort “Lambos”). Falsche Loyalität wäre, sich mit Antisemiten gemein zu machen, nur weil diese Bitcoin gut finden.
Das größte Missverständnis ist aber, dass man dem einen oder anderen System loyal gegenüber sein müsste, bzw. dass eines am Ende und für immer alle anderen besiegen müsste.
Ich kann Bitcoiner sein, mir aber wünschen, dass niemand ihn braucht. Ich kann Zentralbanker sein, welcher Alternativen zulässt.
Ich darf und sollte versuchen, Bemühungen, mich in Kämpfe zu verwickeln, zu widerstehen.
