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Jul 30, 2026

BTCPay Server: Bitcoin selbst annehmen – ohne Mittelsmann, ohne Gebühren

Wer Bitcoin annehmen will, muss dafür weder BitPay noch eine Börse fragen. BTCPay Server ist ein kostenloser, quelloffener Zahlungsprozessor, den du selbst betreibst: nicht-verwahrend, ohne KYC und ohne dass ein Dritter deine Zahlungen sieht oder einfrieren kann.

Ein Zahlungsdienstleister wie BitPay oder Coinbase Commerce ist der naheliegende Weg, wenn man Bitcoin für Shop, Dienstleistung oder Spenden annehmen will. Das Problem daran ist dasselbe wie bei jeder Börse: Ein Dritter sitzt zwischen dir und deinem Geld. Er verlangt Gebühren, will Ausweispapiere (KYC), sieht jede deiner Zahlungen und kann dein Konto jederzeit einfrieren. BTCPay Server macht diesen Mittelsmann überflüssig.

Was BTCPay Server ist

BTCPay Server ist ein kostenloser, quelloffener Zahlungsprozessor, den du selbst betreibst. Statt dein Geld über einen Dienstleister laufen zu lassen, empfängst du Zahlungen direkt in deine eigene Wallet, On-Chain und über das Lightning Network. Kein Konto bei einem Anbieter, keine Vermittlungsgebühr und niemand, der mitliest.

Das Projekt startete 2017 als direkte Antwort auf BitPay und wird seitdem von einer großen Open-Source-Community weiterentwickelt. Der Unterschied zu jedem Dienstleister ist, dass BTCPay nicht-verwahrend arbeitet.

Was nicht-verwahrend konkret bedeutet:

Du verbindest BTCPay nur mit dem öffentlichen Schlüssel (xpub) deiner eigenen Wallet. Die Software leitet daraus für jede Rechnung eine frische Empfangsadresse ab. Die privaten Schlüssel verlassen dabei nie deine Hardware-Wallet. BTCPay kann Zahlungen anzeigen und einfordern, aber niemals über dein Geld verfügen. Selbst wenn dein Server gehackt würde, käme niemand an die Coins.

Was du damit alles machen kannst

BTCPay ist weit mehr als ein „Bezahlen-Button". Aus derselben Installation heraus deckst du sehr unterschiedliche Anwendungsfälle ab:

  • Kassensystem (Point of Sale) – Eine Web-Kasse für den Tresen: Betrag eintippen, QR-Code zeigen, fertig. Der Kunde zahlt On-Chain oder per Lightning, ideal für Laden, Marktstand oder Café.
  • Rechnungen & Zahlungslinks – Erzeuge für jede Leistung eine Rechnung mit fixem Betrag und Ablaufzeit. Perfekt für Freelancer und Dienstleister, die einzelne Zahlungen anfordern.
  • Spenden & Pull Payments – Eine öffentliche Spendenseite mit eigener Adresse pro Zahlung. Auch Auszahlungen an andere lassen sich als Pull Payment abbilden.
  • Shop-Anbindung – Plugins für WooCommerce, Shopify und andere Systeme binden Bitcoin als Zahlart in einen bestehenden Online-Shop ein.

Souveränität heißt: du betreibst es selbst

Wo dieser Server läuft, entscheidet darüber, wie viel Souveränität du am Ende wirklich hast. Es gibt drei gängige Varianten.

1. Zu Hause auf der eigenen Node

Node-Systeme wie Umbrel, Start9 oder RaspiBlitz bringen BTCPay als Ein-Klick-App mit. Es läuft dann auf deiner eigenen Bitcoin-Node, hinter deiner Leitung, über Tor erreichbar. Das ist die souveränste Variante, weil du von niemandem abhängig bist.

2. Auf einem eigenen Server (VPS)

Für höhere Verfügbarkeit mietest du einen kleinen Server und installierst BTCPay dort selbst. Volle Kontrolle, aber du kümmerst dich um Updates und Erreichbarkeit.

3. Bei einem Dritt-Hoster

Es gibt Anbieter, die dir eine BTCPay-Instanz bereitstellen. Bequem für den schnellen Start, aber mit einem Haken: On-Chain bleibst du dank xpub nicht-verwahrend, deinen Lightning-Knoten betreibt bei dieser Variante aber der Hoster. Für kompromisslose Souveränität führt am Selbst-Hosten kein Weg vorbei.

Der rote Faden ist derselbe wie bei allem, was wir hier predigen: Wer die eigene Infrastruktur betreibt, macht sich unabhängig. BTCPay ist die Annehmen-Seite derselben Medaille, deren Ausgeben-Seite wir in Mit Bitcoin einkaufen beschreiben. Und es ist einer der stärksten Gründe, eine eigene Node laufen zu lassen.

Was BTCPay dich kostet

Wann sich der Aufwand nicht lohnt:

BTCPay nimmt dir den Mittelsmann ab; dafür übernimmst du selbst ein Stück Verantwortung. Der Server muss erreichbar sein, wenn ein Kunde zahlen will. Willst du Lightning anbieten, musst du dich um Kanäle und Liquidität kümmern. Für ein, zwei Zahlungen im Monat ist eine einfache Wallet mit manuell erstellter Rechnung womöglich unkomplizierter. BTCPay lohnt sich, sobald du regelmäßig und professionell annehmen willst. Wie du die Einnahmen buchhalterisch und steuerlich behandelst, klärst du mit deinem Steuerberater. Das ist nicht Thema dieses Artikels.

Gehst du den Schritt, zahlst du keine Gebühren an einen Prozessor, mutest weder dir noch deinen Kunden eine KYC-Hürde zu, verwendest keine Adresse doppelt und gibst keine Zahlungsdaten weiter. Und niemand kann dir den Geldhahn zudrehen. Das ist finanzielle Souveränität, angewendet auf die Einnahmenseite.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf bitcoinlighthouse.de – dort findest du auch unsere Bitcoin-Workshops in München.